Verbesserung der Fruchtbarkeitsergebnisse

Fütterung

  • Konditionsoptimierung in der Trächtigkeit
  • Säugende Sauen in guter Zuchtkondition halten
  • nicht nach Ferkelzahl oder Trächtigkeitsstadium, sondern nach Konditionszustand füttern
  • auf optimale Energieversorgung achten (aber: Überkonditionierung ist genauso schlecht)
  • Energie ab dem 7. Säugetag 80-85 MJ pro Tag
  • Möglichst feuchte, breiige Fütterung
  • Mineralstoffhaushalt beachten (Ca-Speicher, keine ständige pH-Wert Senkung)
  • Möglichst Mono-Calciumphosphat, kein Ca-Carbonat (pH-Wert)
  • Hygienisch einwandfreies Futter (Mycotoxine)

Wasseraufnahme

  • Wasseraufnahme steuert Menge der Futteraufnahme
  • ständig Zugang zu frischem, sauberem Wasser
  • Tränkedurchfluß 2 l pro min.
  • nach Abferkeln zusätzlich Wasser in Trog

Impfmaßnahmen

  • Parvoimpfung konsequent durchführen!
  • Bei Erstimpfung 6 Monate alt, sonst wird durch maternale Antikörper Impfung beeinflusst
  • Nachimpfung der Jungsauen nach 3 Wochen
  • 1x pro Jahr Parvo impfen reicht nicht!! – egal mit welchem Impfstoff
  • Bestandsimpfung alle 4 Monate hat sich gut bewährt
  • ggf. PRRS-Impfung – je nach Problem und Diagnostik

Brunstkontrolle

  • Brunstkontrolle außerhalb der Futterzeiten durchführen (2x täglich)
  • Stimuliereber (Paarungsbereitschaft tritt eher und deutlicher ein)
  • Berührungsreize (Flankendruck, Umklammern, Rückendruck)
  • Brunstkontrolle immer durch die gleiche Person

Festlegung des Besamungszeitpunktes,

  • Ovulation erfolgt ca. 30-40 Std. nach dem ersten Auftreten des Duldungsreflexes
  • Zeitdauer für Ovulation sämtlicher Eizellen 2-6 Std. (im Sommer teilweise deutlich länger)
  • Befruchtungsfähigkeit der ovulierten Eizellen ist relativ kurz (4-6 Std.)
  • Spermatransport + Kapazitation maximal 18 Std.
  • Besamung ca. 20-30 Std. nach Rauscheeintritt ideal
  • Später rauschige Sauen werden früher besamt
  • Zeit nehmen und Sorgfalt sind ganz wichtig!

Hormonprogramm

  • ALTRENOGEST (REGUMATE):
    • 5 ml täglich über 18 Tage
    • Gezielte Einordnung von Jungsauen in Gruppen abgesetzter Altsauen
    • Einfacheres Management (Rein-Raus)
    • Verbesserung der Fruchtbarkeitsleistungen
  • PMSG:
    • 24 Std. nach dem Absetzen (nach Regumate 48 Std. nach letzter Gabe)
    • Besseres Wachstum und Heranreifen der Eierstocksfollikel
    • Follikelzahl höher
    • Östrogenbildung wird angeregt
    • Bessere Rausche
    • Mehr Ferkel
    • Weniger Umrauscher
    • Nach dem 2. Wurf nur 800 I.E.!
  • PROSTAGLANDIN (DINOLYTIC):
    • 24-36 Std. nach Ende der Geburt
    • Involution der Gebärmutter wesentlich besser
    • weniger Ausfluss, weniger MMA
    • Einnistung und Anwachsen der befruchteten Eizellen begünstigt
    • Besseres Aufnehmen der Sauen
    • Umrauschquote deutlich niedriger
    • Gelbkörper-Reste werden luteolysiert, dadurch mehr Follikelreifung möglich (Ovar besser stimulierbar)
    • Verkürzung des Absetz-/Konzeptionsintervalls
  • GNRH:
    • Abstand zu PMSG je nach Säugezeit (52-80 Std.)
    • natürliche Hormon-Mechanismen werden stimuliert
    • Ovulation der Follikel erfolgt in engerem Zeitraum
    • höhere Befruchtungswahrscheinlichkeit der ovulierten Follikel
    • Zysten werden verhindert
    • Unsicherheiten bei Besamungszeitpunkt werden eliminiert
    • Fruchtbarkeitsleistungen stabilisiert
  • Wann ist hormonelle Stimulation auf jeden Fall sinnvoll?
    • primipare Sauen (nach Absetzen des ersten Wurfes)
    • in fruchtbarkeitslabilen Sommermonaten
    • bei stark abgesäugten Sauen
    • in Phasen einer Bestandsaufstockung
    • bei hohem Infektionsdruck im Bestand (Diagnostik!!!)

Wichtig:

  • auf Wurfausgleich achten (Sau sollte mind. 8 Ferkel haben)
  • MMA-Behandlung frühzeitig
  • normaler Milchfluss ist für nächste Rausche wichtig!